Clemens Mayer: Good News für Millionen Menschen

Im Jahr 2017 gründete Clemens Mayer die Plattform guterzweck.net. Seither versorgt er über seine Kanäle jährlich mehr als zwei Millionen Menschen mit guten Nachrichten aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Soziales. Eigentlich hätte aber alles anders kommen sollen, denn Clemens wollte als Tennisprofi durchstarten. Was ihn daran gehindert hat und was er aus seinem Sportlerleben gelernt hat? Wir haben nachgefragt. 

Als Jugendlicher wollte er in die Tennis-Weltrangliste, heute betreibt Clemens Mayer (Jahrgang 1994) die größte Plattform für Good News in Österreich. Seine Mission: „Wir machen Gutes sichtbar.“ Mit guterzweck.net bietet er positive Nachrichten, die man in anderen Medien seltener findet. Wie so oft im Leben führte der Zufall Regie. Denn nur dem Platzen eines Traums ist es zu verdanken, dass ein anderer in Erfüllung gehen konnte. Aber eins nach dem anderen!

Guterzweck.net: wie alles begann

Am Anfang stand ein ambitionierter Kindheitstraum, erinnert sich Clemens im Interview mit rolemodel.at:

„Als Kind und Jugendlicher wollte ich professioneller Tennisspieler werden. Als ich gemerkt habe, dass es mit der professionellen Karriere nicht klappt, ist mir schnell aufgefallen, dass es verschiedene Spieler gibt, die sich unterschiedlich gut auf Social Media vermarkten und dass nicht unbedingt die, die in der Rangliste weiter vorne sind auch die sind, die besser ankommen. Und so habe ich dann über Social Media Marketing das Interesse am Online Marketing gefunden.“

Dabei war der charismatische Wiener gut unterwegs. Mit 14 Jahren war er der beste Spieler Wiens. Die Basis für diesen Erfolg bildete ein taffer Trainingsplan neben der Schule: Sechs Mal die Woche trainierte Clemens bis zu fünf Stunden lang. Schon früh kam er mit Top-Spielern aus der ATP-Weltrangliste in Kontakt, mit denen er im Laufe der Jahre spielte.

Clemens Mayer, Gründer von guterzweck.net, auf dem Tennisplatz.

Hartnäckigkeit als Superkraft

In die Weltrangliste schaffte es Clemens dennoch nie. Doch genau das wäre sein Ziel gewesen, um vom Sport leben zu können: „Das richtige Profileben wie bei Dominic Thiem und anderen Stars kostet zirka 200.000 Euro im Jahr. Und da hat man noch nichts verdient! Man sagt, die Top 100 der Welt können vom Tennis wirklich leben.“ Was er aus seiner intensiven Zeit als Leistungssportler mitgenommen hat? Tolle Erinnerungen an gemeinsame Momente mit Stars wie Roger Federer – und die mentale Einstellung:

„Der Sport war eine gute Lebensschule. Die Hartnäckigkeit aus dem Sport ist auch im Beruf eine Superkraft, die mir zugutekommt.“

Clemens Mayer von Guter Zweck mit Roger Federer.

Tennis-Asse unter sich: Roger Federer und Clemens Mayer

Wie guterzweck.net vom Hobby zum Beruf wurde

Nachdem er den Tennisschläger an den Nagel gehängt hatte, brach Clemens schnell zu neuen Ufern auf. Die Inspiration lieferte – wie könnte es anders sein – der Sport:

„Als ich mit dem Tennis aufgehört habe, bin ich erst einmal in ein Loch gefallen. Ich habe dann sehr schnell gemerkt, dass mich das Thema Social Media und Marketing sehr interessiert hat. Ich habe dann begonnen, mich fortzubilden und habe mich auch einfach in die Uni hineingesetzt, obwohl ich noch gar nicht inskribiert war.“

Danach ging es Schlag auf Schlag: Neben dem Studium an der Wirtschaftsuniversität folgten erste Erfahrungen in einer Onlinemarketingagentur. Und schon bald kam der Schritt in die Selbständigkeit, wie Clemens erzählt:

„Ich habe mir gedacht: Eigentlich schade, dass es keine Projekte gibt, die wirklich einen Mehrwert für die Gesellschaft stiften. Ich habe dann begonnen, Nachrichten im Bereich Nachhaltigkeit und Soziales zu sammeln auf einem Blog, via Newsletter und auf diversen Social Media Kanälen.“

Was anfangs ein Hobby war, generierte bald immer mehr Reichweite und Potenzial für ein erfolgreiches Business. Heute konsumieren jährlich mehrere Millionen Menschen die guten News von Clemens Mayer. Sein Wissen gibt der Wiener als Dozent an mehreren Unis und als Speaker im Bereich Digital Marketing weiter, außerdem ist er auch als Berater tätig. Im Video spricht Clemens über seine ganz persönliche Story.

„Selbständigkeit ist überhaupt nicht spektakulär!

Entgegen dem durch Influencer vermittelten Common Sense bricht Clemens mit der schöngefärbten Online-Marketing-Romantik. Ehrliches Wachstum sei heute noch viel schwerer als in seinen Anfangszeiten, meint der Marketing-Profi:

„Es gibt eine begrenzte Anzahl an Menschen mit einer begrenzten Aufmerksamkeitsspanne. Und es gibt immer mehr Unternehmen, die mit Budget um diese Aufmerksamkeitsspanne buhlen. Um aufzufallen, brauchst du eine kreative Idee und musst dich etwas Mutiges trauen.“

Und auch wenn das Business gut läuft und der Terminkalender prall gefüllt ist: Selbständigkeit ist „überhaupt nicht spektakulär“, wie Clemens eingesteht. Coole Fotos von der Arbeit als Speaker spiegeln nicht den klassischen Arbeitsalltag wider. Denn der ist vielmehr geprägt durch Online-Calls, Kundentermine und Arbeit an der Onlineplattform. Apropos Arbeit: Davon hat Clemens in den letzten Jahren reichlich hineingesteckt, um auf die Erfolgsbahn zu kommen. Von geordneten Dienstzeiten kann da nicht die Rede sein:

„Ich möchte meinen Stundensatz über die Jahre nicht ausrechnen, da würde ich wahrscheinlich weinen.“

Aber immerhin: Der sympathische Wiener kann sich damit trösten, dass ein Teil seiner Arbeit für den guten Zweck passiert ist.

Clemens Mayer, Gründer von guterzweck.net, im Grünen.